KW 34 | Begeisterung ist ein Geschenk

Ich war schon als Kind eine Person, die es vorgezogen hat wenige aber dafür gute Freunde zu haben. Ich hatte als ich klein war drei Freundinnen mit denen ich mich gerne und oft getroffen habe. Das „Problem“ daran war nur, dass jede von uns andere Dinge gemacht hat.

Ich war im Kinderturnen, DLRG während meine Freundinnen Ballet tanzen waren oder in Malkursen. Man könnte meinen Kinder haben keine Probleme damit Termine zu finden, aber da wir in so manchen unterschiedlichen Vereinen waren hatten wir immer nur wenige Tage an denen wir uns treffen konnten ohne dass eine von uns gleich weiter musste. Wenn ich darüber heute nachdenke muss ich lachen – wie schwer wir es uns gemacht haben, aber rückgängig machen ist eben nicht drin.
Also lernte ich früh mich mit mir selber zu beschäftigen wenn niemand Zeit hatte, da ich ein Einzelkind bin war das manchmal auch ganz wichtig.
Ich bin bis heute der Ansicht, dass das eine meiner größten Stärken ist. Auf Feiern beobachte ich heute oft Kinder, die am Rockzipfel ihrer Mutter hängen und laut „Mir ist langweilig“ schreien. Ich war nie so ein Kind. Ich hatte ein Malbuch oder ein anderes Buch dabei und war der glücklichste Mensch der Welt.
Meine Buntstifte waren in kürzester Zeit weggespitzt, aber meine große Liebe wurde irgendwann das Lesen. Jede Woche ging ich mit einem Stoffbeutel in die Bücherei und lieh mir zig Bücher aus. Innerhalb von einer Woche verschlung ich meine Auswahl und musste direkt wieder los. Aber ein richtiges Lieblingsbuch hatte ich nie, bis ich Harry Potter für mich entdeckte. Ich konnte gar nicht genug von dieser Welt bekommen in der ich mich – wenn ich nicht zu tun hatte – „verstecken“ konnte. Von der Grundschule bis zum Abitur hat mich Harry begleitet. Wenn es mir nicht gut ging , mir langweilig war oder ich einfach Lust hatte schlug ich die Bücher oder legte die Filme immer wieder ein. Und genau in diesen Momenten habe ich gemerkt, dass selbst wenn man manchmal alleine ist, immer jemanden bei sich hat wenn man sich nur darauf einlässt.

Mein Freund kann diese Obsession bis heute nicht nachvollziehen geschweige denn verstehen wie ich es schaffe mir einen Film öfters als 10 Mal im Jahr anzusehen. Aber irgendwie sind mir manche fiktionale Charaktere so nahe, dass es glatt schon wie eine jahrelange Freundschaft ist. Harry, Ron und Hermine haben mich durch meine Schulzeit begleitet und haben mir beigebracht dass wenige und ehrliche Freunde dass wichtigste sind. Die Nase in ein Buch zu stecken manchmal die einzige Rettung sein kann und überhaupt ist Aufgeben keine Option.
Ebenso Sailor Moon oder so mancher Disney Charakter. Kämpfe für das was dir wichtig ist.
Bis heute feier ich es wenn ich etwas entdecke was mich so begeistern kann, bei dem ich mitfühlen kann und ja eine Bindung dazu aufbauen kann. Star Wars und Mittelerde mussten dementsprechend unweigerlich folgen. Wie kann man – mit meinen Interessen – schon daran vorbeikommen.
Filme, Bücher und Serien aus der Kindheit; nur eine Sache fehlt dabei : die großen Serienstaffeln. Ich dachte immer ich wäre nicht der Typ Serienjunkie. Aber inzwischen sitze ich hier und nehme immer mehr Serien auf meine „Mir geht es schlecht – was schaue ich mir jetzt an“-Liste auf.
Christina aus Greys Anatomy hat sich zu einer meiner größten Vorbilder gemaustert obwohl sie gar nicht real ist. Aber gerade habe ich einfach ein nicht zu unterschätzendes Faible für Supernatural und die Winchester Brüder.
Es ist einfach wundervoll etwas zu haben mit dem man sich wenn man alleine ist beschäftigen kann, etwas hat bei dem man Mitfühlen kann und einfach mal in eine andere Welt eintauchen kann. Ob Buch Film oder sonst was. Ich bin froh dass ich mehr Leonard bin als Penny.

2 Comments

  1. Yasmin
    Yasmin 24. August 2014 at 15:29 . Reply

    Ohh ja. Harry, Sailor Moon und Disneyfilme…die Zeiten wünsche ich mir zurück:)

  2. Kitschautorin 25. August 2014 at 21:51 . Reply

    Ich finde dieses TBBT-Zitat wirklich klasse.

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