Heute wird es wieder Zeit für einen Sonntagsbeitrag, der in meinen Augen eigentlich recht persönlich ist und im direkten Gegensatz zu meinem letzten Sonntagspost steht, aber ich tue es trotzdem weil mir der Sinn danach steht.
Die meisten Menschen, die mich kennenlernen sagen mir dass ich auf sie wie ein offener Mensch wirke. Als hätte ich eine kleine Macke aber im großen und Ganzen ein netter offener Mensch. Der Witz ist, dass eben diese Leute nachdem sie mich näher kennenlernen feststellen dass eben genau das Gegenteil der Fall ist. Vorallem gute Freunde von mir müssen mit der Zeit feststellen, dass ich gar nicht so bin wie ich anfangs wirke, aber zu diesem Zeitpunkt sind mir diese Menschen meist so nah, dass sie wissen wie man manchmal mit mir umzugehen hat.
Ich weiß was für ein Mensch bin und menschliche Interaktion gehört nicht zu meinen Glanzleistungen. Witzigerweise bin ich bei Fremden oder beim Arbeiten, am Telefon und bei manch anderen Gelegenheiten wirklich gut im reden und auf Menschen zugehen. Auch bei Bloggerevents kehre ich diese Seite gerne nach Außen um nicht abweisend zu wirken. Die Wirkung wurde mir nämlich schon so oft unterstellt.
Im Alltag dagegen sieht die ganze Situation dagegen ganz anders aus. Ich bin zwar jemand der gerne und viel erzählt, aber wenn ich nichts mehr zu sagen hat, was für mich persönlich relevant ist, werde ich still. Für viele wirkt dass so als hätte ich kein Interesse, für mich allerdings ist das ein Zeichen, dass mir eine Person so viel wert ist, dass mir die sagenumwobene peinliche Stille gar nicht mehr peinlich vorkommt, sondern eher beruhigend auf mich wirkt. Ein Zeichen, dass man sich auch ohne Worte versteht.
Ich wechsel unter der Woche überraschend wenig Worte mit meinem Freund obwohl wir zusammenleben . Einfach weil ich es nicht muss und so etwas schätze ich persönlich in zwischenmenschlichen Beziehungen sehr.
Ich bin nicht sonderlich kommunikativ im Alltag, auch bei Festen oder überfüllten Veranstaltungen höre ich lieber anderen zu als selbst mitzumischen, da ich mit solchen Situationen schnell überfordert bin und nicht weiß ob eine Wortmeldung meinerseits nun überhaupt nötig ist. Ich schätze Abende im kleinen Kreis bei Freunden oder bei mir um einiges mehr, da ich in solchen Situationen weiß, dass die Anwesenden meine Art und Weise nicht als abweisend interpretieren und mir Vorwürfe machen oder mich „Strange“ finden, und hin und wieder schaffe ich es dann doch mal wieder aus mir heraus zu kommen.
Aber was ist nun die Pointe bei diesem Beitrag? Nunja sind wir ehrlich, eigentlich gibt es keine, außer dem Klischeehaften „Sei du selbst, irgendwann findest du deine Leute, die dich verstehen wie du bist“. Aber so altbacken der Spruch auch sein sollte, es ist einfach eine Tatsache, die man sich an manchen Tagen immer und immer wieder hinter die Ohren schreiben sollte.




Ach du heilige! Liebe Anni, ich hoffe du denkst jetzt nicht ich schreib das nur um dir hier etwas nettes zu hinterlassen oder so aber genau so bin ich auch! Ich hab schon so oft von Freunden gehört, dass sie anfangs dachten ich sei total offen und immer am quatschen, weil sie mich auf Partys kennengelernt haben. Gerade wenn es an sowas geht, Veranstaltungen Partys und ect. kann ich gut den Schalter umlegen und quasi 3 Gänge hochschalten und das macht mir dann auch wirklich Spaß. Allerdings lehne ich mich, genauso wie du, viel lieber zurück und höre anderen zu. Nicht immer weil ich denke, dass ich keinen guten Beitrag zum Gespräch hätte, sondern einfach, weil es mich nervös macht 5 Augenpaare auf mich gerichtet zu haben. Aber ich denke das muss kein Nachteil sein. Mir fallen dafür oft Details auf die keiner bemerkt und kann mich an Dinge erinnern, die die meisten schnell wieder vergessen - eben weil ich wirklich zuhöre und nicht darauf warte, bis mein Gegenüber seinen Satz beendet hat und ich endlich loslegen kann ;)!
Ja genau das ! Meine Freunde nennen mich liebend gerne mal den “AKtenschrank der Erinnerung”. Wenn man Infos braucht über etwas bin ich die erste Anlaufstelle
Das kenne ich zu gut. Ich bin auch ein sehr offener Mensch und die meisten stört es sehr, aber unterkirgen lasse ich mich trotzdem nicht. Nachdem die Menschen mich aber kennen gelernt haben, sagen sie immer das es gut war das sie mich kennen xD
Du sprichst mir aus der Seele :’)
Ich bin nach außen hin echt offen und gehe auch offen auf fremde Menschen zu und rede viel (Mist :D) aber die situation mit dem Freund kenne ich auch ziemlich gut. Wir wohnen quasi auch zusammen aber wechseln kaum ein Wort, einfach weil man sich auch ohne Worte super versteht. Sind wir jedoch unter Leute machen wir auch mal den Mund auf. Aber ehrlich gesagt braucht man auch nicht immer alles auszusprechen einfach weil es offensichtlich ist^^
Mit so einem Verhalten läuft man wohl Gefahr, dass die Leute einen falsch einschätzen, wenn sie Dich nicht gut genug kennen. Ich überlege gerade, wie das bei mir ist. Ich schätze es auch, wenn man sich ohne Worte versteht und das ist mir auch mit 1-2 Menschen in meinem Leben möglich, ansonsten mag ich aber auch den Austausch und auch gern angeregte Kommunikation, aber auch nur, wenn ich merke, dass man auf Augenhöhe ist. Das mag jetzt arrogant klingen, meine ich aber nicht so. Aber es ist schon schöner, wenn man selbst in einer Unterhaltung nur ebenbürtig ist und “mithalten” kann, ansonsten bin ich schnell gelangweilt und ziehe mich zurück.
Ich habe nicht sonderlich viele Freunde, weil ich mir sehr schwer tue. Wenn ich dann lese, dass du auch mal nichts sagst, weil du dich dabei wohl fühlst… gut das ich weiß, dass es solche Menschen gibt
Ich bin immer gleich total verunsichert, wenn mal nichts gesagt wird, ich bin aber auch nicht der Typ “Offen”, sondern eher der “Mal abwarten und dann die Bombe sprengen” Typ 
Liebe Grüße,
Mira